Erinnerungsweg

Erinnerung an Welser Bürger_innen, die aufgrund ihrer Abstammung oder ihres politischen Widerstands Verfolgte und Opfer des Nationalsozialismus geworden sind.

ANTIFASCHISTISCHER ERINNERUNGSWEG:

Karl-Loy-Straße 17: Gedenktafel für den Widerstandskämpfer Karl Loy (1895-1945), der neben vielen anderen am 28. April 1945, also kurz vor Kriegsende, im KZ Mauthausen ermordet worden ist. Alle damals ermordeten Personen sollten an der Teilhabe am Wiederaufbau eines demokratischen, freien Österreichs gehindert werden.

Rablstraße 3: Stolperstein für Ignaz Rößler (1887-1945), der im Linzer Polizeigefängnis an den Folgen eines Bombenangriffs gestorben ist. Rößler war Angestellter der Arbeiter-Krankenkasse.

Bahnhofstraße 3: Fahrrad-Geschäft des Ernst (1892-1975) und der Hilda (1906-1979) Hoffmann, die nach heftigem Bedrängnis aus dem Exil in den USA ebenso zurückkehrten wie Ernsts Schwiegermutter Anna Ermes (1883-1967) aus dem KZ Theresienstadt. Alle Personen waren Juden.

Kaiser Josef-Platz 53: Zeitweiser Geschäfts-Standort( 1920-1936) der Familie Grünberg, deren weibliche Mitglieder Ernestine, Klara und Elfriede 1942 im Holocaust ermordet wurden; an sie erinnern Stolpersteine vor der Knorrstraße 3. Ebenso Geschäfts- und Wohnort von Rudolf Heitler (1881-1938), der sich dort im Mai 1938 das Leben nahm. Alle Personen waren Juden.

Kaiser Josef-Platz 10: Geschäftslokal der Schuhhandlung Pasch/Salzburg, das 1938 „arisiert“ und erst nach langwierigen Verhandlungen zurückgestellt wurde.

Kaiser Josef-Platz 12: Geschäftslokal des Kleiderhauses Hrzan, dessen Pächter Richard

(1894-1942) und Jaques Jellinek (1898-1942) in Auschwitz ermordet wurden.

Ringstraße 8: Wohn- und Geschäftshaus der Textil- und Modehändler Fam. Neubauer, deren Eltern Samuel und Sophie 1940/41 in Wien gestorben sind; Sohn Leopold und Schwiegertochter Dr. Gerda konnten auf abenteuerlichen Wegen die USA erreichen; das Geschäft wurde „arisiert“ und erst nach langen Verhandlungen rückgestellt.

Pollheimerpark: KZ-Denkmal von Josef Scheiblhofer, Linz; enthüllt am 24. April 1949, gewidmet den 28 Opfern aus der Stadt Wels, die im Konzentrationslager Mauthausen ums Leben kamen.

Mahnmal für mehr als 30 jüdische Mitbürgerinnen und Mitbürger, aus deren Mitte 13 Personen nachweislich dem Holocaust zum Opfer gefallen sind. 1995 am Kaiser Josef-Platz enthüllt, erfolgte 2004 die Versetzung in den Pollheimerpark; seither finden hier die Gedenkveranstaltungen der Antifa Wels aus Anlass der Reichspogromnacht vom 9. November 1938 statt.

Gedenktafel „Für Österreichs Freiheit und Unabhängigkeit gaben ihr Leben:“, errichtet 1946 im Gedenken an die 28 Opfer im KZ Mauthausen.

Dauer der Begehung des Erinnerungswegs Innenstadt: ca. 90 Minuten.

Dieser Routenvorschlag orientiert sich an den einschlägigen Erfahrungen langjähriger Stadtführer-Tätigkeit.Auf zahlreiche andere Opfer des Holocaust ist im Verlauf der Begehung narrativ einzugehen; allein am städtischen Friedhof befinden sich mehrere Gedenkstätten.

Außer den Stolpersteinen für Rößler und die drei weiblichen Mitglieder der Familie Grünberg sind noch diejenigen für Karl Ammer, Goethestraße 21, und Pater Paulus Wörndl, Stefan-Fadinger-Straße 7, zu erwähnen; ebenso das Mahnmal für Herrn Sukri Arifi, der im Mai 1997 einem Brandanschlag auf das Ausländerquartier Porzellangasse 38 zum Opfer fiel.